Daily War

Veröffentlicht von Benjamin am

Daily War

Wie kannst du deinen eigenen Geist finden, wenn du anderswo danach suchst?

In unserer hektischen Welt ist es schwierig eine ununterbrochene Achtsamkeit aufrecht zu erhalten. Ein Gewahrsein, frei von Extremen zu entwickeln und damit einen mittleren Weg einzuschlagen. Doch wie können wir aus dem Geist auftauchen und von selbst in ihm versinken, wenn wir ständig von Hindernissen und Giften umgeben sind?

Lass den Geist ohne jede Ablenkung in seinem eigenen Zustand verweilen. Suche es nicht im äußeren. Finde deinen inneren Mönch und transformiere deinen Geist. Wenn wir dies nicht tun, sind wir nichts anderes als Narren die sich in der Menge vergessen, anderswo nach sich selbst suchen und dabei andere mit sich selbst verwechseln. 

Ich kann dir sagen, dass ein Namenswechsel oder das wechseln der Kleidung in eine Robe nichts spezielles ist. Es ist notwendig eine Wende in unserem Geist einzuleiten. Wenn wir nur das äußere ändern, ähnelt es einem heuchlerischen Narzissten, der Liebesbriefe verteilt. Es sind nichts anderes als leere Worte. Das tragen von Gewändern oder Roben ist ein Hilfsmittel für Mönche und Nonnen. Doch zuerst muss es im Inneren getragen werden. Folglich kann jeder seinen inneren netten Mönch oder seine eigene nette Nonne in sich finden und kultivieren. 

Leichter gesagt als getan. Unsere Umgebung ist geprägt von einer dynamischen Konsumgesellschaft. Muss ich mich jetzt von der Gesellschaft entfernen oder das weltliche Leben ablegen, um meinen Geist zu kultivieren? 

Hindernisse und Gifte können vermieden werden, wenn sie als diese erkannt werden. Wer würde sich schon freiwillig Schaden zuführen? Das kultivieren von Aufmerksamkeit, Konzentration und Mitgefühl kann uns dabei behilflich sein. Doch selbst wenn äußere Feinde mit einem Argwohn agieren, weiß man, es ist nur eine zeitweilige Quelle von Hindernissen. Der böse Feind hingegen, der ständig in uns verweilt, ist gezeugt von falschen Einstellungen der Eigenliebe und dem Festhalten am Selbst. Diese beiden unterstützen sich wie gute Freunde im Krieg, so als hätten sie ein gemeinsames Herz und ihr Effekt ist sehr schädlich. Nur durch die Realisierung, der Anwendung von Weisheit und Mitgefühl, können wir uns dagegen verteidigen. Jeder der beiden handelt wie ein König mit seinem eigenen Hofstaat der Anhaftung, Stolz, Hass, Eifersucht, Konkurenzdenken, mentale Stumpfsinnigkeit, Erstarrung, Ablenkung und Schlaffheit. All dies wirkt wie ein Hofstaat und bewirkt großen Schaden, so ist es nicht einfach sich dagegen zu verteidigen.

Wenn wir uns dem stellen wollen, sind wir also wie Soldaten in der Armee? Aber gegen wen kämpfen wir? 

Wir kämpfen gegen den inneren Feind, gegen Leidenschaften mit welchen unser Kontinuum infiziert ist, wir nehmen Waffen hoch gegen die Einstellung der Eigenliebe und gegen das Greifen nach Gier. Wir entgegnen dem Hass mit unseren Waffen des Mitgefühls und durchschneiden die Unwissenheit mit unserem Schwert der Weisheit. Manchmal fühlen wir uns hilflos und deprimiert, weil uns der Feind so enorm groß vorkommt. Doch es sind immer Risiken im Führen eines Krieges vorhanden. Dies ist die Natur des Krieges. Doch wenn wir uns im Klaren sind, wie notwendig das führen unseres Schwertes ist, wird die Faulheit und der deprimierende Gedankengut sich auflösen. Wenn wir stets weitermachen und den Feind bezwingen, sind wir einbezogen in eine wirklich bewundernswerte Aktivität.

Nur wenn wir die Wurzel des inneren Feindes abschneiden, erzielen wir ein Gewinn. Wir müssen täglich unsere negativen Einstellungen herausfordern. Wir können niemals alle unsere äußeren Feinde vertreiben. 

Der erste Feldzug findet in der Stille statt. Der tägliche Krieg findet im Stillen statt. Der Sieg endet in der Stille.

Kategorien: Dharma

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