Das Porträt eines Vogels

Veröffentlicht von Benjamin am

Das Porträt eines Vogels

In der kleinen Eigenproduktion der Ordensgemeinschaft Vien Lac, ist eine Indie Dokumentation über das Leben als Mönch und Nonne entstanden. Die Bilder nehmen dich mit wenigen Worten auf die Reise als Beobachter und zeigen das kleine Kloster in Ostfriesland, wo die tradierte buddhistische „Reine Land Schule“ und „Chan“ Meditation gelehrt und praktiziert wird. 

In der Stille prägen die gewählten Verse, Worte und Bilder, die den Tagesablauf der Praktizierenden umzeichnen einen bleibenden Eindruck.

Der Titel der Indie-Doku basiert auf das Gedicht von „Jacques Prevert“, das wir heute mit dir teilen möchten.

Das Porträt eines Vogels


Male zuerst einen Käfig mit offener Tür.
Dann male etwas, was hübsch ist,
und einfach
schön und nützlich,
für den Vogel.
Male dann einen Baum
In einem Garten,
in einem Gehölz,
in einem Wald.
Verbirg dich hinter dem Baum,
sprich nicht
und halte still…
Manchmal kommt der Vogel geschwind,
doch mag es auch Jahre dauern,
bis das geschieht.
Laß den Mut nicht sinken
Und warte.
Viele Jahr, wenn der Vogel so will.
Ob er geschwind kommt oder zögernd,
der Wert des Bildes wird davon nicht berührt.
Kommt er dann,
falls er kommt,
übe tiefes Schweigen,
bis er im Käfig ist.
Verschließe die Tür mit einem sanften Pinselstrich.
Dann
Lösche alle Gitterstäbe aus,
einen nach dem anderen
und hüte dich, die Federn des Vogels zu berühren.
Male dann das Bild eines Baumes
Und wähle den schönsten seiner Zweige
Für den Vogel,
warte auf sein Singen.
Singt er nicht,
ist es ein schlechtes Omen,
und ein schlechtes Bild.
Singt er,
ist es ein gutes Omen,
du kannst ein gutes Bild mit deinem Namen zeichnen.
Mit sanften Händen reiß‘ dem Vogel eine Feder
Aus dem Gefieder,
und schreibe deinen Namen
an den Rand.

Jaques Prevert

Wir bedanken uns an alle Unterstützer der Eigenproduktion und widmen alle entstandenen und entstehenden Verdienste, an alle leidenden Lebewesen.

Möge es Frieden in der Welt herrschen, es allen Lebewesen wohl ergehen, wir unser Bodhicitta verfestigen, den Willen zum Studium und Praxis stets kultivieren, um die eigene reine Geisteshaltung und die der anderen zu vervollkommnen. 

Mögen alle Lebewesen von schweren Krankheiten, Hindernissen und Leid Zuständen befreit werden. 

Möge die Harmonie zwischen Yin und Yang beständig sein, die Verdienste an Dharma Lehrer, Eltern, Opfergaben-Darbringende, zugute kommen und die Lebewesen aller Welten den Weg der Vollkommenheit beschreiten. 

Om Muni Muni Mahamuni Shakyamuni Soha

Kategorien: Dharma

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »