Müdigkeit überwinden

Veröffentlicht von Benjamin am

Müdigkeit überwinden

Einst durfte ich meine ehemalige Behausung mit einem Airbnb Gast aus Indien teilen. Neben kulinarischen, persönlichen, traditionellen und kulturellen Erfahrungsaustausch haben wir unsere Ansichten über die Unterschiede des gesellschaftlichen Zusammenlebens, zwischen den Kulturen geteilt. Ein Satz blieb mir bis heute im Gedächtnis:

„Die Menschen hier im Westen sind wie tickende Uhren. Alles muss genau auf Zeigersprung, wie ein Uhrwerk laufen.“

Der Wecker klingelt! Schnell aufstehen, fertig machen, vielleicht noch einen Kaffee kochen? Ach ne – Ich hole mir etwas to go. Für Frühstück ist auch keine Zeit mehr. Auf dem Sprint zur Bahn checke ich ab, ob ich auch wirklich alles dabei habe. Kurz bevor die Bahn Türen zufallen hechte ich wie Oliver Khan in den Wagon rein und wundere mich darüber wie ich angezogen bin. Schnell die Kleidung gerichtet fange ich mit der täglichen Planung an. Meine To-Do Liste gleicht der Negation der Endlichkeit. 

Tag ein, Tag aus arbeite ich an meiner persönlichen Optimierung, finde Stellschrauben und hole das Maximum aus meinen Körper. Immerhin ist mein Fleisch und Blut nichts anderes als ein Werkzeug, ein Fahrzeug und ICH bestimme darüber, welches Tempo zu fahren ist. Wenn jemand in der Fußgängerzone vor mir her schleicht, schieße ich wie eine Rakete an ihm vorbei. Keine Macht der Trägheit! 

Nur wer mit dem Zahn der Zeit mithält, fügt sich dem Zeigersprung.

Als Resultat haben viele Menschen mit Stress, Schlafstörungen und Depressionen zu kämpfen. Im jungen Alter stecken wir es vielleicht noch ganz gut weg und aus der Arroganz, sowie Ignoranz heraus, erwägen wir nicht die zukünftigen Folgen unserer Taten. Dafür stecken wir viel zu sehr im Strom der Zeit fest, müssen dem Wettbewerb, den eigenen und den Anforderungen anderer gerecht werden. Unsere Gier nach mehr treibt uns in einen Abgrund, wo unser Uhrwerk mit jedem Ticken immer mehr verschleißt.

Doch was soll ich dagegen tun, wenn ich diese Problematik erkannt habe? – Wir leben nun mal in einer dynamischen Welt, wo es heißt: „Fressen oder gefressen werden!“ Oder?!

Betrachten wir die Wurzel jenen Übelst, können wir unsere innere Einstellung schon mit einfachen und kleinen Schritten kultivieren, die uns nicht zum ultimativen Burnout treiben.

Beispiel:
Idr. wird Kaffee getrunken, um die Müdigkeit zu überwinden. Damit verschiebt man die Müdigkeit nur Zeitlich nach hinten. Der Körper lädt sich nicht auf. Man erzeugt nur eine künstliche Stimulation und der Körper wird mit der Zeit immer mehr erschöpft. 

Die Energie muss von Innen heraus wieder aufgeladen werden. Bestenfalls geht man mit einer gesunden Selbstliebe voran, um eine Prävention zu schaffen.

 

Die Lösung: Zeit nehmen zum regenerieren

Bedeutet nicht:

• Fernsehen

• Schnell etwas zu Essen rein stopfen

• Alles was noch mehr Stress auslöst oder Ungesund ist (Auch Balance und privates kann Stress auslösen)

• Positiver Stress

Sondern:

• Bewusstes nichts tun, um den Körper wieder aufzuladen.

• In sich schauen wie viele Gedanken in einem aufkommen.

• Z.B. Tee trinken und aus der dritten Perspektive beobachten oder in die Natur gehen.

Um diese Aufmerksamkeit zu kultivieren und eine innere transformation herbeizuführen, kann eine Meditations-Methodik wie z.B. „Chan“ sehr Hilfreich sein. Dabei ist es wichtig eine Regelmäßigkeit aufzubauen und es bestmöglich in seinen Alltag einzubinden.

Unnützes Wissen:

Koalas schlafen am Tag 14 Stunden und ruhen sich zusätzlich 4-5 Stunden lang aus, weil sie von der Futtersuche erschöpft sind, das ebenfalls täglich 4-5 Stunden dauert.

 

Den Tagesablauf von einem Koala zu adaptieren mag vielleicht etwas schwierig ausfallen, auch wenn ich einige im Freundeskreis kenne, die wahrscheinlich im früheren Leben Koalas waren oder im nächsten Leben als Koala wiedergeboren werden – Karma wird es wissen. Mein ehem. Generalmanager aus der Finanzbranche hat mir mal gesagt, dass ich manchmal wie ein aufgescheuchtes Eichhörnchen auf Paarungssuche durch da Büro umherwirble. Beide Extreme können sehr schadhaft für uns selber und für andere sein. Ein ausgeglichenes Gemüt mit Gelassenheit und Geduld, ein ausgewogenes Life-Work-Balance, ausreichende Ruhe-Inseln in einer guten Planung mit Zeitpuffer und ein Arbeitsprozess mit Blockarbeit, ist nicht nur gesünder für Körper und Geist, sondern auch viel effizienter und effektiver.

• Prioritätenlegung nach dem Eisenhower Prinzip:

• Blockarbeit: 2 Stunden konzentriertes Arbeiten für ein Projekt.

• Promodoro-Technik: 

      1. Aufgabe schriftlich formulieren

      2. 25 min. konzentriertes Arbeiten

      3. 5min. Ruhepause/Mini-Meditation

      4. Nach je vier kurzen Pausen eine längere Pause von 15 min. machen. 

Wichtig: Halte dich an die Blöcke und neige nicht dazu das Projekt auf Zwang zu Ende machen zu wollen. Timer stellen und nach jeder Working-Session 5-15min Pausieren.

 

Vorschläge was du in den Pausen machen kannst:

• Grünen Tee trinken

• Mini-Meditation / Atem beobachten

• Zeichnen

• Fenster auf / An die frische Luft / Tief durchatmen

• Powernap

• Augen schließen und Fäuste zusammenballen

• Sich seine Lebensziele/Motivation visualisieren

• Sich vor Augen führen, was das Leben Lebenswert macht und seine Prioritätenlegung ordnen

• Nicht an das Handy oder auf Social Media gehen

• Nicht quatschen

• Auch wenn viele Musik als entspannend empfinden, versuche es mal mit dem Wunsch nach Ruhe. Ich bin in einer Großstadt aufgewachsen und habe mir angewöhnt immer Ohropax mit mir zu führen.

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Kategorien: Entrepreneur

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