Wie tue ich meinem Körper und Geist etwas gutes?

Veröffentlicht von Ronja am

Fasten 2.0

Definition des Fastens: der Verzicht auf bestimmte Nahrung oder Genussmittel für eine begrenzte Zeit. Fasten ist ein freiwilliger Akt bei Menschen und hat drei Dimensionen: die körperliche Dimension mit seiner medizinisch therapeutischen Wirkung, die spirituelle Dimension, die einen natürlichen Zugang zu höheren Bewusstseinszuständen bedeutet und in allen großen Weltregionen zu finden ist und die soziale Dimension heißt, dass eine Gruppendynamik entsteht und viele Menschen wie im Ramadan Fasten zusammen. In den letzten 40 Jahren hat sich eine Tendenz in den Fastenbewegungen abgezeichnet, die man mit Gesundheit in Eigenverantwortung betiteln könnte. 

  

Nicht nur der Verzicht auf Nahrung (und gegebenenfalls Flüssigkeit) führt zu einem optimalen Ergebnis des Fastens, sondern auch andere Aspekte sollten berücksichtigt werden. Einige Aspekte sowie Vorteile und Nachteile sind im Folgenden erläutert. 

 

 

Das Heilfasten nach Buchinger ist die wahrscheinlich am häufigsten angewendete Methode des gesundheitlichen Fastens. Die Fasten Methode hat den Vorteil, dass sie reinigt und Krankheiten vorbeugt. Buchinger war davon überzeugt, dass ein reines körperliches Fasten nicht ausreichend ist. Die Seele muss auch fasten das heißt man muss auch in sich kehren und beispielsweise meditieren. Die Nachteile dieser Fastenmethode sind, dass es keine langfristige Methode darstellt, sie mit einem Fastentherapeuten durchgeführt werden sollte, die Muskeln sich abbauen und es schwierig ist, diese Methode neben der normalen Arbeit durchzuführen. 

 

 

Das Intervallfasten kann man an die individuelle körperliche Verfassung anpassen und es ist kein Verzicht auf bestimmte Nahrung notwendig. Diese Methode ist langfristig anwendbar, da es den Stoffwechsel nicht drosselt und der Jo-Jo Effekt somit vermieden wird. Im Zuge einiger kurzfristiger Untersuchungen wurde eine positive Wirkung auf die Gewichtsabnahme und eine Verbesserung des Zuckerstoffwechsels festgestellt. Außerdem wurde es in einem Experiment mit Mäusen wissenschaftlich untersucht. In dem Experiment gab es zwei Gruppen, beide bekamen die gleiche Menge an Kalorien, eine Gruppe bekommt den ganzen Tag lang die vorgegebene Nahrungsmenge in kleinen Portionen und die andere  zweimal am Tag mit einer großen Pause dazwischen. Mit dem Ergebnis, dass die Zweimal am Tag Methode zu weniger Fett, mehr Muskelmasse und einer verbesserten Verwertung von Zellmüll geführt hat. Leider gibt es keine klinischen weiterführenden Studien.

 

Fasten unter der Lupe. 

Was passiert im Körper während man fastet? 

Die in der Leber gespeicherten Kohlehydrate in Form von Glucose werden abgebaut und nach einem Tag verbraucht. Dann wird die  Energie vorrübergehend aus überflüssigem Eiweiß gewonnen. Im weiteren Fastenverlauf tritt ein Eiweißsparmechanismus ein. Der Gehirnstoffwechsel stellt auf die Versorgung durch Keton Körper um.  Die Fettverbrennung ist bei bis zu 95%. 

 

Die Wirkung von Fasten

Bei Tierversuchen lebten die Tiere die dauerhaft weniger Kalorien zu sich nahmen länger. Das lässt sich aber leider nicht eins zu eins auf die Menschen übertragen. 

 

Die Insel Okinawa beispielsweise liegt zwischen Japan und Taiwan die Leute dort leben überdurchschnittlich länger als in den Industriestaaten. Sie haben weniger Herzerkrankungen, Krebs und Gehirnerkrankungen. Die Inselbewohner konsumieren im Schnitt 17% weniger Kalorien als ihre Landsleute. Ernährung ist nur einer  der  Faktoren, die zu dem langen Leben der Inselbewohner führt. Soziales miteinander wie gemeinsam Karaoke singen ist ein weiterer. Die Inselbewohner aus Okinawa machen deutlich, dass der Verzicht von Nahrungsmitteln nicht alleine ausreicht, um die Gesundheit zu fördern. Fasten wirkt sich offenbar nur positiv aus, wenn es unter anderem in einem gemeinschaftlichen Lebensstil eingebettet wird. 

 

Körperlich betrachtet sinken Blutdruck und die Harnsäurewerte, die Beweglichkeit wird verbessert, die Leistungsfähigkeit erhöht, das Wohlbefinden gesteigert und die Sättigung tritt wieder schneller ein. Außerdem wird die Autophagie das sogenannte aufräumen von Zell Müll wie defekten Enzymen oder überflüssigen Eiweißen begünstigt. Der oxidative Stress wird vermindert und die insulinwerte gesenkt. Dadurch, dass weniger Insulin ausgeschüttet wird sinkt auch die Wahrscheinlichkeit für Diabetes Typ 2. Es werden mehr Endorphine freigesetzt, Schmerz wird unterdrückt und eine euphorisierende Wirkung setzt ein, die verringerte Harnsäure im Blut hat eine günstige Auswirkung auf rheumatische Erkrankungen. Die psychischen Auswirkungen sind, dass während der ersten Tage Adrenalin so wie Dopamin verstärkt ausgeschüttet wird, das hat eine evolutionsbiologische Ursache und ist ein Signal, dass eine Herausforderung aufgrund von Nahrungsknappheit stattfindet. Dabei handelt es sich um sogenannten positiven Stress (Eustress), der den Menschen in einen aufmerksamen und konzentrierten angeregten Zustand versetzt. Leider hängen die erhöhte Wachsamkeit und Stimmungsverbesserung teilweise auch von genetischen Faktoren ab. Außerdem gibt es ein gutes Gefühl, weil man sich erfolgreich an den Mangel angepasst hat. Nach dem Motto „Ich habe etwas gemeistert und erfolgreich überwunden‘‘ das kann angstlösend wirken. Durch den Verzicht kann außerdem Demut und Dankbarkeit verstärkt werden. Alles in allem kann Fasten zu einem verbesserten Lebensstil hinsichtlich Ernährung, Bewegung und Entspannungs- Methoden führen. 

 

 

Nachteile und Kritik

 Ungeeignet ist Fasten für Kinder und ältere Menschen sowie für schwangere und stillende Frauen. Außerdem sollten Menschen mit Leber-, Nieren-, Chronischen Erkrankungen sowie Menschen mit Essstörungen oder Untergewicht nicht Fasten. 

 

Nach den ersten drei Tagen des Fastens hat man möglicherweise Kopfschmerzen und/ oder Müdigkeit. Es kann passieren, dass Wunden schlechter heilen oder man viel anfälliger für Infekte ist. Außerdem ist unklar wie die Lebensqualität beeinflusst wird. Bereits durchgeführte Studien, die darüber Aufschluss gaben, wurden an Tieren durchgeführt und lassen sich nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen. 

Das Heilfasten kann folgende Nebenwirkungen haben: es kann zu Kreislaufbeschwerden führen, Unterzuckerung, Migräne und Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen und verändertem Schlafverhalten.

Fasten eignet sich nicht als Diät und wird oft mit dem Abnehmen in Verbindung gesetzt. Das geistige Wachstum wird dadurch übersehen. Fasten hat aufgrund der erhöhten Freisetzung von Endorphinen ein hohes Abhängigkeitspotential. Durch den einhergehenden Jo-Jo Effekt bei den meisten Fastenmethoden, also die starke Schwankung des Körpergewichts, wird das Risiko für Herzinfarkt und auch für andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Übertriebenes Fasten führt sogar zu depressiver Stimmung, geschwächten Knochen und kann die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Genetisch bedingt reagiert letztendlich jeder anders auf denselben Verzicht unter denselben Bedingungen. 

 

Unter Berücksichtigung der individuellen Faktoren wie Alter, Gewicht und dem jeweiligen Gesundheitszustand gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten des freiwilligen Verzichtens. Welche Methode und ob eine gewählt wird muss jeder für sich selbst entscheiden.

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